Video: Songs of the unexpected (SOTU) - Atari STE Demo from 1991

So lange ist das noch gar nicht her, dass man statt eines PCs einen Home Computer hatte, welcher mit heutiger Technik absolut nicht mehr vergleichbar ist. Und doch hatte auch diese Zeit ihren Charme. Wir leben heute zwar in einem Zeitalter der immer perfekteren Computergrafik, und dass man Audio in HiFi-Qualität auf dem Computer wiedergeben kann, ist für uns längst ein alter Hut, doch haben sich auch die Datenmengen potenziert. Wir reden heute nicht mehr von Kilobyte und Megabyte, sondern eher von Gigabyte und Terabyte. Und der nächste Sprung um einen weiteren 1000er-Faktor, nämlich dem Exabyte, steht inzwischen auch schonwieder kurz bevor.

Den Atari-ST gibt es seit 1985, und 2 Jahre später ist der Atari 1024 STE erschienen. Im Wesentlichen immernoch die gleiche Maschine, jedoch mit erweiterten Grafik- und Soundfähigkeiten.

Wir reden hier über einen Rechner, der einen Motorola 68000-Prozessor mit gerade mal 8 MHz Taktfrequenz hatte, und wollte man immerhin bis zu 16 Farben gleichzeitig darstellen, so ging das nur in einer Auflösung von max. 320 * 200 Bildpunkten, das sind immerhin gerade mal 64 Kilopixel. Zum Vergleich, Full HD hat eine Auflösung von 1920 * 1080 Pixeln, das sind ca 2 Megapixel, was einem Faktor von etwa 32-fach entspricht!

Noch schlimmer sieht der Vergleich bei den Datenspeichern aus. Hatte man damals vielleicht eine Festplatte in der Größe von 48MB, so liegt man heute mit den 8TB-Platten ca um den Faktor 166.000 darüber! Und damals war es durchaus schon eine etwas gehobenere Angelegenheit, für diese Rechner überhaupt eine Festplatte zu besitzen.

Der Arbeitsspeicher des 1024 STE lag normalerweise bei 1MB und war auf bis zu 4MB aufrüstbar. Mein jetziger Rechner hat 32GB RAM und damit 8192 mal soviel!

Doch zum eigentlichen Thema, den “Songs of the unexpected” von Karl Anders 0ygard. Hierbei handelt es sich um eine 1991 erschienenen Demo für den Atari STE. Damals noch in einem mehrstündigen Akt per Modem heruntergeladen, hatte diese Demo gerade mal ein Datenvolumen von 820kB und passte somit auf eine einzige Diskette (ein DD-Laufwerk).

Auf diesen 820kB hatte man immerhin Platz für 8 komplette Musikstücke, eine kleine Intro-Demo und auch noch für einen voll funktionsfähigen Soundtracker mit einem Demo-Stück! Das war für damalige, sowie heutige Zeiten ein absolutes Kunststück! Man hat hier natürlich mit diversen Packern gearbeitet, und bei der zu Gehör gebrachten Musik handelt es sich um sogenannte MODs, programmierte Musik, welche im Wesentlichen aus einer Reihe von Samples besteht, welche im vorgegebenen Schema transponiert und auf bis zu 4 Kanälen gleichzeitig wiedergegeben werden konnte. Die Samples sind nur 8bit, was man an dem dafür typischen Interferenzmuster deutlich heraushören kann.

Nichtsdestotrotz kommt das Video mit allen Bestandteilen der Demo auf fast 1 Stunde Gesamtspielzeit, und das auf 820kB!

Inhalt der Demo-Diskette

  • Intro
  • Main Demo
  • ESION XLI

Songs in main demo “Songs of the unexpected”:

  • Ice
  • The Flower Shop
  • Meta
  • Hurricane
  • Piano Plinker 2
  • Klisje Paa Klisje
  • Resonance Rips
  • Please Listen